Augenblick 04 – Sabine

Sabine

Das ist Sabine.
Ich war am Göttinger Busbahnhof, und habe sie zunächst für einen Fahrgast gehalten. Dann für eine Kontrolleurin, wegen der blauen Kleidung. Sie nickte aber immer wieder vorbeifahrenden Bussen zu, und erklärte mir dann – sie ist Busfahrerin. Ihr eigener Bus würde sie in einigen Minuten abholen. Auch wenn sie etwas überrascht war, angesprochen zu werden, war sie trotzdem bei meinem Projekt dabei. Sabine kommt aus dem Umland von Göttingen und pendelt für den Job in die Stadt.
Mich hat noch interessiert, wie man als Busfahrerin mit all den verrückten und lebensmüden Fahrradfahrern klar kommt, die sich in der engen Göttinger Innenstadt dauernd zwischen den Bussen bewegen. Sie lachte und meinte, das kann man so und so sehen – sie würde es locker nehmen.

Für das Foto war es gar nicht so einfach, Sabine vom Lächeln abzuhalten.
Da ich die bisherigen Portraits mit dem Canon 50mm 1,4 gemacht  habe, hatte ich eigentlich vor,
mit dem 50er, aber auch mit dem Canon 85mm 1,8 einige Fotos zu machen, um vergleichen zu können
Da wir nicht viel Zeit hatten, habe ich nur ein paar Fotos machen können, mit dem Canon 85mm 1,8.
Den Vergleich muss ich wohl das das nächste Mal versuchen.
Technische Daten zum Foto: Canon 5D Mark II, 85mm 1,8 @ f=2,2, ISO 100, 1/640s. Av, +0.00. Ohne Blitz/Hilfsmittel.

Bei welcher Beschäftigung verlierst du für einen Augenblick die Zeit aus dem Auge?

Selbst wenn man als Busfahrerin pünktlich ist, muss man aufpassen. Denn man kann auch zu pünktlich sein, also zu früh – man fährt dann im roten Bereich. Ich habe nicht mehr gefragt, welche Farbe die Verspätung hat, aber eines war klar – im Job einer Busfahrerin dreht sich viel um Zeit und Pünktlichkeit. „Man hat die Zeit immer im Kopf“ – Anfangs, so Sabine, ist der Einstieg sehr schwierig, diese Taktung zu halten. Mit der Zeit gewöhne man sich aber daran und man könne dann bestimmte Streckenabschnitte oder Haltestellen nutzen, um wieder nach Plan zu fahren.
Da sie bei der Arbeit eigentlich immer auf die Zeit ausgerichtet sei, sei das dann zuhause, nach Feierabend, ganz anders. Dann sei Zeit überhaupt nicht mehr wichtig – „Dann bin ich ganz spontan“.
Und weg war sie – zur nächsten Busstelle, kurz mit dem Kollegen getauscht und los.

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Dieser Artikel ist Nummer 04 von 60 – des Projekts „Augenblicke“.

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3 Gedanken zu “Augenblick 04 – Sabine

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