Augenblick 02 – Michael

Michael

Das ist Michael.
Ich habe ihn beim Gänselieselfest in der Fußgängerzone in Göttingen getroffen. Sein Flugobjekt (auch wenn dort nur auf dem Boden) hat mein Interesse geweckt. Nachdem wir uns über seine Flug-Projekte unterhalten hatten, habe ich kurz um ein Foto gebeten. Es war Nachmittag und die reflektierende September-Sonne ergab ein ausreichend ausgeglichenes Licht für ein Portrait.

Michael hat einen ausgefallenen Beruf. Er benutzt eine fliegende Kamera, um Videos, Fotos, 360-Grad-Panoramen und auch 3D-Präsentationen zu erstellen. Sein „Fliegendes Auge“ ist ausgestattet mit acht Rotoren (zwei davon auf dem Foto) und einer Kamera, die auch vom Boden aus ansteuerbar (z.B. Schwenken) ist. Damit sind ganz unterschiedliche Einsätze möglich, seien es Filme für Werbung, Touristik, Industrie oder auch.. Hochzeiten. Eigentlich kommt er aus Metallverarbeitungsbranche. Vor ein paar Jahren hat er den Mut gefasst, in die Spezialausrüstung zu investieren und das Ganze professionell zu betreiben. Ein Beispiel der Anwendung: 360-Grad-Panoramen von Norderney aus der Luft: http://www.pht-airpicture.de/portfolio-view/1403-2/
Mit dem kleinen „Octocopter“ ist sehr viel mehr möglich als mit einem großen Hubschrauber – er kann aus der Hand gestartet werden, kann viel enger und ruhiger fliegen und bekommt vor allem leichter eine Fluggenehmigung in Deutschland. Bisher ist ihm sein Flugobjekt nur ein mal abgestürzt – hoffentlich bleibt es dabei.

Technische Daten zum Foto: Canon 5D Mark II, 50mm 1,4 @ f=2.0, ISO 500, 1/1000s. Av, +0.33. Ohne Blitz/Hilfsmittel.

Bei welcher Beschäftigung verlierst du für einen Augenblick die Zeit aus dem Auge?

Die erste spontante Reaktion: Bei einem richtig gutem Kaffee. Oder beim Betrachten des Sternenhimmels. In dem Moment, bei dem man sich ganz bewusst einen Moment nur für sich nimmt. Ich habe ihn gefragt, ob er auch beim Fliegen seiner Kamera dieses Gefühl hat. Das konnte er klar verneinen: Beim Fliegen herrscht die totale Konzentration, jede Steuerung des Flugobjekts muss passen.
Michael ist für seine Flug-Projekte viel unterwegs. Er verglich die Betriebsamkeit der Menschen mit einem Fluss, einem Strom. Die Fußgängerzone gab hier ein gutes Beispiel ab. Für ihn ist es wichtig, sich aus diesem Strom ab und zu auszuklinken. Aus der Schlange zu treten, eine Pause zu machen und nur zu ruhen. Das können auch nur fünf Minuten sein, aber dabei darf es auch keine Ablenkung geben.
Danke für das Gespräch!

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Dieser Artikel ist Nummer 02 von 60 – des Projekts „Augenblicke“.

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10 Gedanken zu “Augenblick 02 – Michael

  1. Von Deiner Großmutter Brauneck:
    LIeber Klaas,
    ich finde es außerordentlich mutig und bewundernswert, ein solches Projekt zu beginnen, auf Leute zuzugehen, die man überhaupt nicht kennt, und dann die richtige Gesprächsbasis zu erforschen. Ich wünsche Dir noch viele interessante Begegnungen, Du wirst sicher dabei an Selbstvertrauen und Menschenkenntnis dazugewinnen. Viel weiteren Erfolg!

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